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Melatonin: Mogelpackung      [TOP]

"Natürliche" Melatoninsupplemente rein pflanzlichen oder tierischen Ursprungs werden erheblich teurer verkauft als synthetische. Eine Untersuchung der Isotopenanteile ergab, daß ein "natürlicher Extrakt aus Rinderzirbeldrüsen" nur synthetisches Melatonin enthielt. Insofern besteht nach Ansicht der Autoren auch kein Risiko einer Infektion mit BSE. (Journal of AOAC International 1998/81/S.40-43)


      
Spinat: Hormone gegen Schmetterlinge      [TOP]

Spinat wehrt sich mit Phytoecdysteroiden gegen naschhafte Raupen. Mit diesen nachgebauten Insektenhormonen stört das Gemüse die Häutung seiner Fraßfeinde, so daß sie sterben. Die auf Spinat spezialisierten Schädlinge verfügen allerdings über Mittel und Wege diese Abwehrstoffe zu entgiften. (Journal of Ecology 1998/24/S.339-360)


      
Japan: Schwarztee gesünder      [TOP]

Im japanischen Bergdorf Birudan wird statt grünem Tee traditionell Schwarztee getrunken. Im Tierversuch unterdrückte ein Extrakt dieses Tees die Bildung von oxidiertem LDL und schützte die Gefäße vor arteriosklerotischen Veränderungen. Das Ergebnis kommt überraschend, da Schwarztee viel weniger Antioxidantien als grüner Tee enthält und eigentlich gar nicht wirken dürfte. (Bioscience, Biotechnology and Biochemistry 1998/62/S.44-48)


      
Kunststoff: die Molke machts      [TOP]

Der Markt für geschäumtes Polyurethan boomt. Ein Rohstoff für den Kunststoff ist gewöhnlicher Haushaltszucker. Bisher scheiterten alle Versuche, ihn durch billigeren Milchzucker zu ersetzen. Kalifornischen Lebensmitteltechnologen gelang nun durch Hydrierung von milchzuckerreicher Süßmolke der Durchbruch. Damit kann der schwer zu entsorgende Abfall der Molkereien endlich sinnvoll verwendet werden. (Journal of Agricultural and Food Chemistry 1997/45/S.4156-4161)


      
Krebstherapie mit Omega-Fettsäuren      [TOP]

DHA (Docosahexaensäure, 22:6w3), eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, steigert die Wirksamkeit von Krebsmedikamenten. In Kombination mit Doxorubizin starben menschliche Brustkrebszellen viel schneller ab als nur mit Doxorubicin. DHA alleine war wirkungslos. Antioxidantien (z.B. Vitamin E) machten den Kombinations-Effekt zunichte. (International Journal of Cancer 1998/75/S.578-583)


      
Getreide ersetzt Lösungsmittel      [TOP]

Französische Flugzeughersteller entfernen Farbreste mit Getreide: Das "Sandstrahlen" mit speziell vermahlenem Weizen schont empfindliche Materialien mehr als die bisher üblichen mineralischen oder chemischen Farbentferner. Außerdem entsteht weniger Staub, und die elektrostatischen Effekte sind geringer. (DLG-Mittleilungen 1998/H.5/S.7)


      
Rindfleisch: erst BSE, jetzt Stanozolol      [TOP]

Das bei Pferden und Sportlern beliebte Dopingmittel Stanozolol hat auch als Masthilfsmittel eine steile Karriere hinter sich. Obwohl es häufig in den Injektionsstellen bei Rindern gefunden wurde, war es bisher unmöglich, die Rückstandsgehalte im Fleisch oder Urin zu erfassen. Belgische Tierärzte entwickelten nun eine Methode, die es erlaubt, das illegale Hormon auch noch drei Wochen nach dem Spritzen im Urin nachzuweisen. (Archiv für Lebensmittelhygiene 1998/49/S.3-7)


      
EU-Betrug: 1,4 Milliarden ECU ergaunert      [TOP]

Steuern zahlt keiner gern, doch wenn sich Diebe am Abgabentopf zu schaffen machen, hört der Spaß auf. Im vergangenen Jahr gingen der EU durch mehr als 5.000 Betrugsfälle Steuermittel in Höhe von 1,4 Milliarden ECU verloren. Die Brüsseler Betrugsbekämpfungsstelle Uclaf schätzt, daß es inzwischen rund 50 (!) "internationale Verbrechersyndikate" gibt. Die bedienen sich vor allem bei den Einnahmen der Gemeinschaft, indem sie z.B. Zölle und Agrarabgaben unterschlagen. Die Uclaf hat für die Zukunft verschärfte Maßnahmen angekündigt. (Lebensmittel-Zeitung vom 15.5.1998)


      
TV-Werbung: lausige Verführer      [TOP]

Während Verbraucherschützer von der Werbung gern das Bild des "geheimen Verführers" zeichnen, haben Fachleute heftige Zweifel an der Wirksamkeit. Bei Tests kam sogar ein "Blackout" des Programms besser an als jede Werbung. Besonders groß war der Unmut, wenn die Werbung Filme unterbrach, die den Zuschauern besonders gut gefielen. Nur humorvolle und witzige Werbung wurde akzeptiert. Da dürfte der Branche das Lachen vergehen... (Wirtschaftsbild 1998/H.13/S.1-4)



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