[BACK]  [BACK WIDE]  [HOME]  [FORWARD] Alliophobie: Alle Vöglein sind schon fort... [EU.L.E. HOME]

Mason, JR et al: Repellency of garlic extract to european starlings. Crop Protection 1997/16/S.107-108

Auch im Tierreich gibt es Alliophobe, die wie manche Menschen den Geruch von Knoblauch zu meiden trachten. Aus dieser Erkenntnis heraus wurden schon allerlei Mittel gegen Wildverbiß entwickelt. Immerhin verdirbt der markante Duft nicht nur Rotwild, sondern auch Amseln und Kanadagänsen den Appetit. Da lag es nahe zu prüfen, inwieweit sich Stare, die Gartenfreunden stets ein Dorn im Auge sind, mit Knoblauchöl abschrecken lassen.

In Futterwahlversuchen bevorzugten die Vögel unbehandeltes Futter, wobei die Unterschiede mit steigender Geruchsbelästigung zunahmen. Zur Freude von Obstbauern und Winzern soll nun ein Repellens für Stare entwickelt werden. Bisher wurde Knoblauchöl nur bei Sonnenblumen angewandt, die in besonderem Maße durch Vogelfraß geschädigt werden. Das neu erwachte Interesse hat einen simplen Grund: In den USA wurde Knoblauch aus der Zulassungspflicht für Pflanzenschutzmittel entlassen.

Anmerkung: Die ökologischen Vorteile liegen auf der Hand. Doch womöglich vertreibt das Repellens nicht nur unerwüschte Gäste aus Wingert und Obstplantage, sondern auch Spaziergänger und Wanderer. Im biologischen Landbau wird Knoblauch zur Pflanzung in Mischkultur und als Extrakt zur Bekämpfung von Blattläusen, Milben und Mehltau empfohlen. Die Fauna kennt jedoch auch ein paar Alliophile, also Tiere, die den Knoblauch lieben und von seinem Duft angelockt werden: Außer diversen Schadinsekten des Knoblauchs sind es vor allem Fische, Blutegel und Seidenraupen (US Patent 5 277 918/1994, British Medical Journal 1994/309/S.1689).



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