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Antinutritiva: vertiefte Kenntnis |
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Täufel, A: Protein-Inhibitoren von Verdauungsenzymen: Risikofaktor und Chance in unserer Nahrung? Ernährung/Nutrition 1998/22/S.148-153 Pflanzliche Lebensmittel wie Getreide und Sojabohnen enthalten erhebliche Mengen an Enzyminhibitoren, die die Verdauung beeinträchtigen. Bislang entfernte man diese Antinutritiva, entweder durch züchterische Maßnahmen oder eine entsprechende Verarbeitung. Alfred Täufel, ehemaliger Mitarbeiter am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke, will Enzyminhibitoren nun in die Behandlung ernährungsabhängiger Erkrankungen einbeziehen. So könnte der a-Amylase-Inhibitor des Weizens Diabetikern hilfreich sein: Er hemmt die Stärkeverdauung und vermindert den Blutzuckeranstieg nach dem Essen. Weil der Weizeninhibitor milder wirke als Acarbose, sei mit weniger Nebenwirkungen zu rechnen. Acarbose, ein Antidiabetikum, hemmt die Spaltung von Disacchariden im Darm und führt zu Flatulenz und anderen abdominellen Beschwerden. Dem Bowman-Birk-Faktor, einem Trypsin- und Chymotrypsin-Inhibitor aus Sojabohnen, werden anticancerogene Eigenschaften zugeschrieben. Bei Ratten konnte mit einer Verfütterung des Inhibitors die Rate chemisch induzierter Darmtumore verringert werden. Als Nebenwirkung sind Hypertrophien der Bauchspeicheldrüse bekannt. Täufel sieht als Teil einer künftigen "präventiven Ernährung" Produkte voraus, die den a-Amylasehemmer aus Weizen und den Chymotrypsin-Inhibitor aus Ölsaaten in sich vereinigen. Anmerkung: Die Euphorie über den Einsatz von Enzyminhibitoren ist verfrüht. Enzyminhibitoren sind eine wesentliche Ursache für die Verdauungsprobleme durch Frischkornbrei, Vollkorngerichte und Rohkost. Um diese Stoffe abzubauen, Blähungen und Darmbeschwerden zu verhindern, nutzt der Mensch seit Jahrtausenden das Kochen, Backen und Fermentieren. Ohne diese "Entgiftung" gäbe es nicht mal unser täglich Brot.
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