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Baljer, G: Enterohämorrhagische E.coli (EhEc) - Aktuelle Informationen zu einem neuen, medizinisch bedeutsamen Zoonoseerreger. Tagung am 19. März 1998 in Münster
Professor Baljer von der Universität Gießen befürchtet eine Zunahme der Lebensmittelinfektionen durch EHEC und damit des HUS (hämolytisch-urämischen Syndroms), das zu schweren Nierenschäden und zum Tod führen kann. In einem Gramm Rinderkot können 1 Milliarde EHEC-Keime enthalten sein. Bei hochvirulenten Stämmen genügen bereits 10 Keime, um eine Infektion hervorzurufen. Bei Salmonellen sind 100.000 bis 10 Millionen notwenig. Während die Masse der Salmonellen durch die Magensäure abgetötet wird, überleben die EHEC durch ihre hohe Säuretoleranz. Eine Kühlung ist unwirksam, da eine EHEC-Infektion auch ohne vorherige Vermehrung der Keime ausgelöst wird.
Derzeit sind zwei Drittel der Schlachtrinder EHEC-positiv. Eine gute Fleischreifung über mehrere Wochen verringert die Zahl der kontaminierten Schlachtkörper um eine Zehnerpotenz. In Hinblick auf dieses Ergebnis muß die gelegentlich beobachtete relativ frühe Abgabe von Fleisch "ab Hof" kritisch hinterfragt werden. Wirksame Impfstoffe stehen nach Baljer in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung. Damit ist zur Prophylaxe eine sachgerechte Erhitzung von Milch und Fleisch notwendig.
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