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Kerr, DE et al: The bladder as a bioreactor: Urothelium production and secretion of growth hormone into urine. Nature Biotechnology 1998/16/S.75-79
An transgene Kühe, Ratten und Schweine als lebende pharmazeutische Fabriken gewöhnen wir uns langsam. Aus ihrer Milch, teilweise aus ihrem Blut, werden mittlerweile die unterschiedlichsten Wirkstoffe gewonnen. Nun gelang es erstmals, in einem anderen Drüsenorgan einen Wirkstoff auf Eiweißbasis, das menschliche Wachstumshormon, herzustellen: In der Blase transgener Mäuse. Nachdem das entsprechende Gen auf die Epithelzellenschicht der Blase übertragen worden war, ließ sich aus dem Urin der Nager das menschliche Hormon isolieren. Obwohl Kritiker die Methode als geschmacklos und uneffektiv bezeichnen, hat der Bioreaktor Blase eindeutige Vorteile gegenüber der Produktionsstätte Euter: Die Gewinnung von Proteinen aus Urin ist aufgrund seiner geringen Eiweiß- und Fettanteile leichter. Außerdem ist eine Blase unabhängig von Geschlecht und Alter in mehr Lebewesen vorhanden als nur in Säugetieren. Ein Euter nicht.
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