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Impfen: Wurm statt Wut |
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MacKenzie, D: The turn of the worm. New Scientist v. 10.1.1998/S.13 Wie schnell sich ein Triumph in einen Pyrrhussieg verwandeln kann, mußten die Tollwut-Bekämpfer erfahren. In einer beispiellosen Impfkampagne war es gelungen, die Tollwut der Füchse in Europa weitgehend auszurotten. Die Füchse vermehrten sich daraufhin rasant, was die Ausbreitung anderer Krankheiten nach sich zog. Dazu gehört der äußerst gefährliche Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis). Werden die "Eier" vom Menschen aufgenommen, z.B. durch Trinkwasser, Beeren oder Pilze, die mit Fuchskot in Berührung kamen, bohren sich die sog. Oncosphären innerhalb von 12 Stunden durch den Dünndarm in die Blutbahn. Von dort gelangen sie gewöhnlich in die Leber, manchmal auch in die Lunge oder ins Gehirn. In der Leber entwickeln sich Zysten, die nach etwa 10 Jahren zu spürbaren Beschwerden führen. Eine curative Therapie der Echinococcose ist nur durch Entfernung des erkrankten Lebergewebes oder durch eine Transplantation möglich. In einigen Regionen Deutschlands sind mittlerweile bereits 60% der Füchse vom Fuchsbandwurm infiziert. Erstmals wurde Echinococcus multilocularis auch in den Nachbarländern Holland, Tschechien, Slovakei und Polen identifiziert. Die Zahl erkrankter Menschen ist unbekannt, da bisher das Geld für ein Screening auf Antikörper fehlt. Anmerkung: Vielleicht ist es sinnvoll, bei Lebererkrankungen nicht nur an Alkoholmißbrauch zu denken, sondern auch an Parasiten.
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