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Vom Mehlwurmfaktor zum Wunder-Vitamin |
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L-Carnitin wird als "Ei des Kolumbus" für Dicke und für Sportler angepriesen. Es soll dem Fett "Beine machen" und die körperliche Leistungsfähigkeit steigern. Weil L-Carnitin langkettige Fettsäuren transportiert, wird daraus abgeleitet, daß es die "Fettverbrennung" beschleunigt. Neben Übergewichtigen soll dies insbesondere Ausdauerathleten zugute kommen, die ihre Energie während eines Wettkampfes zum Großteil aus Fettsäuren gewinnen, sowie Kraftsportlern, die ihren Körper vor Wettkämpfen regelrecht "entfetten". Während die wenigen Untersuchungen mit Ausdauersportlern enttäuschend ausfielen, gibt es zur Therapie von Übergewicht und zur "Entfettung" mit L-Carnitin keine Studien. Das verwundert nicht, hatte es doch bis in die 50er Jahre den gegenteiligen Nimbus: Bei Basedow-Kranken senkte es den erhöhten Grundumsatz und carnitinreiche Fleischbrühe galt als ideales Mittel zum "Aufpäppeln" schlecht gedeihender Säuglinge. Carnitin war bekannt dafür, daß es den Appetit von Magersüchtigen und Unterernährten steigert. Bei einer "Disposition zu Übergewicht" empfahl eine Monographie über die Extraktstoffe des Fleisches von 1978, Carnitin "zu meiden".
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