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Strachan, D: Socioeconomic factors and the development of allergy. Toxicology Letters 1996/86/S.199-203 Allergien gelten schon lange als Wohlstandskrankheit und weniger als Umweltproblem. Bereits im 19. Jahrhundert war aufgefallen, daß Heuschnupfen unter den gebildeten Ständen viel häufiger auftrat als bei Landarbeitern, die besonders intensiv den Pollen ausgesetzt waren. Neuere Untersuchungen aus aller Welt bestätigen, daß allergische Reaktionen mit dem Wohlstand zunehmen. Lediglich Asthma bildet eine Ausnahme. Als nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Vergleiche mit den ehemals sozialistischen Staaten möglich wurden, überraschten Gebiete mit hoher Umweltbelastung wie Bitterfeld durch niedrige Allergieraten. Das gab der sogenannten Schmuddelhypothese neue Nahrung. Sie postuliert, daß das Immunsystem auf stetes Training angewiesen ist. Wird es durch übertriebene Hygiene oder prophylaktische Antibiotika "arbeitslos", sucht es sich einen neuen Trainingspartner - und entwickelt Allergien.

Unabhängig vom Wohlstand beeinflußt die Kinderzahl das Risiko. Je mehr Geschwister ein Kind hat, vor allem ältere, desto seltener sind allergische Reaktionen, so das Resultat vieler Untersuchungen, gleichgültig aus welchem Land. Genau das paßt ins Bild der Schmuddelhypothese: Die Zahl der Geschwister nimmt in Westeuropa seit 200 Jahren ab, wodurch sich die "Chance" einer Infektion vermindert. In den sozialistischen Staaten hingegen wurden die Kinder in Tagesstätten betreut, was die geringe Allergierate im Osten erklärt.



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