| Leopold, AS et al: Phytoestrogens: Adverse effects on reproduction in Californian Quail. Science 1976/191/S.98-100 Phytoöstrogene dienen manchen Pflanzen zur Geburtenkontrolle ihrer Fraßfeinde. In trockenen Regionen Kaliforniens steuern sie die Fruchtbarkeit von Wachteln (Lophotoryx californicus). In niederschlagsreichen Jahren betreiben Leguminosen, die den Tieren als Nahrung dienen, einen luxuriösen Stoffwechsel. Dann ist ihr Hormongehalt gering, so daß ein "Östrogeneffekt" ausbleibt und die Eiablage der Vögel normal verläuft. In trockenen Jahren, wenn es nur wenig Saat gibt, produzieren die Pflanzen viel Phytoöstrogene. Durch den erhöhten Gehalt im Futter wird die Eiablage der Wachteln eingeschränkt. Damit ist im Prinzip ein selbstregulatorisches System geschaffen, das die Populationsdichte dem jeweiligen Futterangebot anpaßt: Da die Wachteln das Saatgut nicht nur fressen, sondern auch zu dessen Verbreitung beitragen, wird bei knapper Ernte nur der Erhalt der Pflanzenspezies gesichert, während bei reichhaltigem Nahrungsangebot auch die weitere Verbreitung gefördert wird. Ein knappes Futterangebot würde die Aufzucht einer großen Vogelbrut gefährden, so daß auch die Wachteln vom Östrogeneffekt profitieren. | |