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Haddad, ZH et al: IgE antibodies to peptic and peptic-tryptic digests of betalactoglobulin: Significance in food hypersensitivity.
Annals of Allergy 1979/42/S.368-371

Manchmal ist ein Allergen nicht im Lebensmittel enthalten, sondern entsteht erst im Verdauungstrakt. Dr. Zack Haddad und seine Mitarbeiter vom Medical Center in Los Angeles wurden stutzig, als bei Milch-Allergikern mit Sofortreaktionen der Hauttest mit Milchextrakt keine Reaktion hervorrief. Auch im RAST fanden sie keine Antikörper gegen Milch, bei einigen der Patienten jedoch gegen isoliertes ß-Lactoglobulin, das Haupteiweiß der Molke. Eine Unverträglichkeit des Milchzuckers (Laktoseintoleranz) war ausgeschlossen worden. Daraufhin untersuchten die Forscher die Seren von weiteren 10 Allergikern auf Antikörper gegen ß-Lactoglobulin und gegen enzymatisch verdautes ß-Lactoglobulin. Mit Pepsin und Trypsin simulierten sie die Verdauung des Molkeneiweißes im menschlichen Magen-Darm-Trakt.

Die Seren von nur 4 Patienten enthielten IgE gegen intaktes ß-Lactoglobulin. Dagegen fanden sich bei allen Patienten Immunglobuline gegen mindestens eine Fraktion der Verdauungsprodukte. Unter denen, die nur auf die Abbauprodukte reagierten, waren 3 Asthmatiker, die erst einige Stunden nach Milchgenuß kurzatmig wurden und husten oder niesen mußten. Derart verzögerte Reaktionen sind typisch, wenn ein Lebensmittel erst verdaut werden muß, um seine allergene Wirkung zu entfalten.

Anmerkung: Demnach können Allergietests auch falsch negativ ausfallen, wenn mit dem Lebensmittel und nicht mit im Magen-Darm-Trakt entstehenden oder freigesetzten Allergenen getestet wird.



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