[BACK] [BACK WIDE] [HOME] [FORWARD]Getreide: Bestrahlung fördert Mykotoxinbildung[EU.L.E. HOME]

O'Neill, K et al: The influence of gamma radiation and substrate on mycotoxin production by Fusarium culmorum.
Journal of Applied Bacteriology 1996/81/S.518-524

Nach landläufiger Auffassung sollte die Bestrahlung durch ihre abtötende Wirkung auf Pilzsporen die Bildung von Schimmelgiften bremsen. Zahlreiche Arbeiten belegen, daß dies nicht unbedingt der Fall ist: Subletale Dosen aktivieren die Mykotoxinbildner eher. Wichtig ist dies vor allem beim Bestrahlen von Getreide gegen Vorratsschädlinge. Die dafür erforderliche Dosis von 1 kGy läßt einen Teil der Mikroorganismen wie z.B. die Fusarien unbeeindruckt. Um die Gefahr einer Mykotoxinbildung zu studieren, wurde Mais mit Fusarium culmorum beimpft, mit 1 bzw. 3 kGy bestrahlt und über mehr als 2 Monate bebrütet. In 14tägigen Abständen wurden die Gehalte der Mykotoxine Deoxynivalenol (DON), Acetyl-Deoxynivalenol (A-DON) und Zearalenon bestimmt.

Unbestrahlte Maisproben entwickelten über den gesamten Zeitraum keinerlei DON und A-DON, während die bestrahlten Proben bis zu 100 ppm DON und 40 ppm A-DON enthielten. Allerdings unterlagen Bildung und Abbau der Mykotoxine starken Schwankungen. So lagen die A-DON-Gehalte nach gut einem Monat wieder unterhalb der Nachweisgrenze. Beim Zearalenon stiegen die Rückstände langsam auf maximal 5,5 ppm, mit der geringsten Belastung beim unbestrahlten Mais. Die Autoren führen ihre Ergebnisse (auch aufgrund weiterer Versuchsreihen mit sterilem Mais) darauf zurück, daß die Bestrahlung einen Teil der schützenden Konkurrenzflora abgetötet habe, die entweder inhibitorisch wirkt oder die Mykotoxine der Fusarien wieder abbaut.



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