[BACK] [BACK WIDE] [HOME] [FORWARD]French Paradox: Der Wein macht´s[EU.L.E. HOME]

St. Leger, AS et al: Factors associated with cardiac mortality in developed countries with particular reference to the consumption of wine.
Lancet 1979/1/S.1017-1020

Mit dieser Studie gaben St. Leger und Cardiff den entscheidenden Anstoß, alkoholische Getränke als Schutzfaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu untersuchen. Seither gilt der Weinkonsum als die populärste Erklärung für das "French Paradox", d.h. niedrige Herz-Kreislauf-Mortalität bei hohem Verzehr tierischer Fette (v.a. Käse und Butter). Zwar gab es bereits vorher eine Anzahl von Studien, die wider Erwarten eine inverse Korrelation zwischen Alkoholkonsum und Herzinfarkt fanden, sie wurden aber als Zufallsergebnisse abgetan.

Die Autoren versuchten, aus den verfügbaren statistischen Daten aus 14 west- und südeuropäischen Ländern sowie Australien, Neuseeland, Kanada und den USA potentielle Risikofaktoren für ischämische Herzkrankheiten herauszufiltern. Dabei kamen sie nebenbei zu einigen damals überraschenden Einsichten: Das Gesundheitssystem - insbesondere die Ärztedichte - hatte keinerlei positive Auswirkung. Zunehmender Wohlstand erwies sich hingegen als Vorteil, während Rauchen den gegenteiligen Effekt bewirkte. Der nachteilige Einfluß gesättigter Fette war gering, während sich eine hohe Zufuhr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren als günstig erwies. Als wichtigster protektiver Faktor entpuppte sich bei Männern wie bei Frauen der Alkoholkonsum, vor allem in Form von Wein. Bei Spirituosen fiel das Ergebnis weniger deutlich aus, während Bier wirkungslos war.

"Falls eines Tages im Wein ein Schutzstoff gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefunden wird", schließen die Autoren, "dann betrachten wir es beinahe als Sakrileg, wenn diese Komponente isoliert werden sollte. Schließlich befindet sich das Arzneimittel bereits in einer sehr schmackhaften Form. Wir können es nur bedauern, daß wir uns bis jetzt nicht in der Lage sehen, unseren Freunden Informationen über die relativen Vorteile von rotem, weißem und roséfarbenem Wein geben zu können."



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