[BACK]  [BACK WIDE]  [HOME]  [FORWARD] Desserts und Snacks lösen den Anfall aus [EU.L.E. HOME]

Hadigan, CM et al: Patterns of food selection during meals in women with bulimia.
American Journal of Clinical Nutrition 1989/50/S.759-766

Desserts und Snacks lösen bulimische Freßanfälle aus. Das ergab ein Vergleich mit einem Buffet im Eßlabor, bei dem Bulimie-Patienten und Gesunde je einmal normal essen und sich einmal überessen sollten. Werden Bulimiker aufgefordert, sich zu überessen, beginnen sie mit Süßigkeiten wie Joghurt-Shakes, Eiscreme, Kuchen, Keksen oder mit Kartoffel-Chips. „Normalesser" beginnen ein oppulentes Mahl eher mit Fleischgerichten. Auch während der Freßattacke essen Bulimiekranke deutlich mehr Eis, Kuchen, Kekse und Chips als die Kontrollpersonen. Die Laborergebnisse spiegeln offenbar gut die Anfälle in privater Umgebung wieder, denn „Patienten berichten häufig, daß sie unfähig sind, einen Eßanfall zu verhindern, sobald sie einmal angefangen haben, Desserts oder Snacks zu essen". Auch unabhängig von ihren Freßattacken zeigen Bulimiker ein gestörtes Eßverhalten. Sie sind ausgeprägte „restraint eaters", d.h. sie kontrollieren ihre Kalorien- und Nahrungsaufnahme ständig. Dabei vermeiden sie nicht nur, sich zu überessen, sondern ganz gezielt den Verzehr von Snacks und Desserts.

Anmerkung: Bulimiker wissen offenbar genau, welches Essen ihnen schadet. Die massive Verwendung von Eiscreme und Joghurt-Shakes könnte damit zusammenhängen, daß es sich damit besser erbrechen läßt. Dann bleiben als Auslöser der Anfälle Snacks und Chips. Diese Produkte unterliegen einer umfangreichen psychophysikalischen Testung vor ihrer Markteinführung. Mit anderen Worten: Sie sind dazu konzipiert, einen erhöhten Speichelfluß zu erzeugen. So wird es dem Säugetier Mensch schwer gemacht, mit dem Essen aufzuhören.



[TOP] © Copyright 1996 by EU.L.E.