[BACK]  [BACK WIDE]  [HOME]  [FORWARD] Bulimie (Eß-Brechsucht) [EU.L.E. HOME]

Seit Ende der 70er Jahre gilt die Bulimie als eigenständiges, von der Anorexie abgegrenztes Krankheitsbild. Bulimiker bekommen oft mehrmals täglich Eßanfälle, wobei große Nahrungsmengen verschlungen werden, meist um sie später wieder zu erbrechen. Die Sucht beginnt in der Regel im Teenageralter oder in den Zwanzigern, Ausgangspunkt ist häufig eine Diät.

  • Als Diagnosekriterien gelten (DSM IV):
  • Gefühl des Kontrollverlustes
  • Erbrechen, Abführ- oder Entwässerungsmittel, strenge Diäten, Sport um Gewichtszunahmen zu vermeiden
  • mindestens 2 Eßanfälle wöchentlich für mehr als 3 Monate
  • starke Beschäftigung mit der Figur.
Bulimiker, zu 90 % weiblich, sind in der Regel normalgewichtig, krankheitseinsichtig und kommen aus allen sozialen Schichten. Meist verheimlichen sie ihr Leiden. Man nimmt an, daß etwa 5 % der Frauen zwischen 15 und 35 Jahren an Bulimie erkrankt sind. Genaue Zahlen fehlen, denn die Grauzone ist groß: Zwischen normalem Eßverhalten und manifester Bulimie liegen zahlreiche Formen gestörten Eßverhaltens. Auch sind Bulimie und Anorexie nicht immer streng zu trennen, z.B. erleben Magersüchtige bulimische Phasen und Bulimikerinnen rutschen in die Magersucht.

Körperliche Symptome der Bulimie sind z.B. Hypertrophie der Speicheldrüsen, Zahnschäden, Menstruationsstörungen bis hin zur Amenorrhoe und Geschwüre auf dem Handrücken. Durch häufiges Erbrechen und den Laxantienmißbrauch kommt der Elektrolythaushalt völlig durcheinander (z.B. Hypokalämie, Hyponaträmie), die Serumamylase ist erhöht. Die Veränderungen im Hormon- und Neurotransmitterhaushalt ähneln denen bei Anorexie, auch bei Patienten mit unauffälligem Gewicht. Als Spätfolgen treten Herzmuskelschäden, Risse in der Speiseröhre und im Magen sowie bleibende Verdauungsbeschwerden auf.



[TOP] © Copyright 1996 by EU.L.E.