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Pillen: die Farbe macht´s
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de Craen, AJM et al: Effect of colour of drugs: systematic review of perceived effect of drugs and of their effectiveness. British Medical Journal 1996/313/S.1624-1626 Hat die Farbe einer Pille Einfluß auf ihre Wirkung? Schlucken Patienten lieber gelbe oder rosa Tabletten? Eine Amsterdamer Forschergruppe fand bei der Analyse von zwölf Studien heraus, daß ein klarer Zusammenhang zwischen der Farbe eines Arzneimittels und seiner Wirkung besteht. Farbe weckt Erwartungen: Versuchspersonen fühlen sich bei der Einnahme blauer Placebos subjektiv schläfriger als bei pinkfarbenen. Ähnliche Versuche mit Blau und Orange führten zum gleichen Ergebnis. Mit blauen Tabletten schliefen Probanden früher ein und wachten später auf als die Vergleichsgruppe. Grundsätzlich eignen sich Rot, Gelb und Orange am besten für stimulierende, Blau und Grün für Arzneimittel mit sedierender Wirkung, so die Empfehlung der Autoren. Darüber hinaus erwecken rote und schwarze Pillen beim Patienten den Eindruck, sie nähmen ein starkes Mittel, während Weiß eher ein schwächeres Medikament suggeriert. Die Farbe kann die Wirkung eines Medikamentes unterstützen oder verstärken, wenn sie dem Assoziationsschema des Patienten entgegenkommt. Der richtige Farbton ist aber nicht der einzige Faktor, der den therapeutischen Erfolg eines Präparates ausmacht. Auch Größe und Form beeinflussen: Kapseln werden als wirksamer empfunden als Tabletten.
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