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Reinheitsgebot: 1,8 Millionen Schadenersatz für elsässische Brauerei      [TOP]

Eine elsässische Brauerei erhielt vom Europäischen Gerichtshof 1,8 Millionen DM Schadenersatz von der Bundesrepublik zugesprochen. Die Brauerei hatte gegen Deutschland geklagt, weil ihrem Bier 6 Jahre lang die Einfuhr mit dem Verweis auf das hiesige Reinheitsgebot (§§ 9 und 10 Biersteuergesetz) verweigert worden war. Nach dem Prinzip der gegenseitigen Anerkennung ist rechtmäßig in Frankreich gebrautes Bier jedoch auch in Deutschland verkehrsfähig und darf daher nicht zurückgewiesen werden. (Zeitschrift für das gesamte Lebensmittelrecht 1996/Nr.2/S.172-187)


      
Olestra: Reinfall mit Durchfall      [TOP]

Eine Milliarde Dollar sollte der kalorienfreie Fettersatzstoff Olestra der Firma Procter & Gamble jährlich einspielen. Doch nun ziehen dunkle Wolken am Dollarhimmel auf: Telefonumfragen in den USA ergaben, daß 20 bis 30 % der Olestra-Chips-Esser über Durchfälle und Krämpfe klagten. Deswegen fordert das "Center for Science in the Public Interest" von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA, die Zulassung für den Fettersatz zu widerrufen. In Deutschland wurde bislang noch keine Zulassung für Olestra beantragt. (arznei-telegramm 1996/H.9/S.91)


      
Magenkrebs: Schutz durch Darmgeschwüre      [TOP]

Seit 1994 gilt das Bakterium Helicobacter pylori, das in Geschwüren des Magen-Darm-Traktes vorkommt, als Magenkrebsauslöser. Ein Magengeschwür verdoppelt das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Dagegen senken Geschwüre im Zwölffingerdarm das Magenkrebsrisiko um 40 %. Zu dieser Erkenntnis kommt eine schwedische Studie, bei der rund 60.000 Geschwür-Patienten über 9 Jahre lang beobachtet wurden. Die Autoren erklären das paradoxe Ergebnis damit, daß Geschwüre im Zwölffingerdarm offenbar die krebsauslösenden Eigenschaften des Bakteriums verändern. Generelle Impfungen gegen H. pylori werden demnach nicht automatisch die Magenkrebshäufigkeit verringern. (British Medical Journal 1996/313/S.250)


      
Diabetes: jetzt ist Zinkmangel schuld      [TOP]

Niedrige Zinkgehalte im Trinkwasser erhöhen das Risiko von Kindern und Jugendlichen, an insulinpflichtigem Diabetes zu erkranken. Ein schwedisches Forscherteam hatte nach Gründen für die regional stark schwankende Häufigkeit der Zuckerkrankheit gesucht und vor allem in ländlichen Regionen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Gehalt des Grundwassers an Zink und dem Ausbruch der Autoimmunkrankheit gefunden. Zink wird vom Körper für die Insulinsekretion benötigt. (Diabetes Care 1996/19/S.873-875)


      
Viehtransporte: kurze Wege nicht immer tierfreundlich      [TOP]

"Kurze Transportwege zum Schlachthof", das sagt nicht viel über den Streß der Tiere aus. Veterinäre von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover sind der Streßbelastung von Schweinen nachgegangen, indem sie die Herzfrequenzen von zwei Tieren während eines 40minütigen Transportes maßen. Es zeigte sich, daß das Be- und Entladen am meisten streßte, ebenso wie häufiges Stoppen, Anfahren und kurvenreiche Strecken. Während einer längeren dafür aber ruhigen Fahrt kann sich die Herzfrequenz dagegen wieder normalisieren. (http://www.tiho-hannover.de/itt/es-txt.htm)


      
Salmonellen: Gentechnik-Impfstoff entwickelt      [TOP]

Australischen Forschern ist es gelungen, den ersten Gentechnik-Impfstoff gegen Salmonellen herzustellen, der den bislang verwendeten Lebendimpfstoff ersetzen könnte. Dazu werden die Salmonellen genetisch so "verkrüppelt", daß sie das Immunsystem z.B. von Hühnern und Rindern zwar anregen, die Tiere jedoch nicht krank werden. Nach einer Woche sterben die Keime ab. Impft man Hühnereier, sind die Küken lebenslänglich gegen Salmonellen gefeit, bei Rindern muß die Impfung jährlich wiederholt werden. Als nächstes sollen die Salmonellen so manipuliert werden, daß sie auch vor Infektionen mit Kolibakterien schützen. (New Scientist 5.10. 1996/S.10)


      
Schokolade: Frohe Botschaft für Weintrinker      [TOP]

Rechtzeitig zur Vorweihnachtszeit haben sich kalifornische Weinforscher der Schokolade angenommen. Sie untersuchten sie auf ihren Gehalt an Phenolen und deren Fähigkeit, im Reagenzglas LDL-Cholesterin vor der Oxidation zu schützen. Eine knappe halbe Tafel Milchschokolade bringt es danach auf ebenso viel Phenole mit einer vergleichbaren antioxidativen Wirkung wie ein kleines Glas Rotwein. Da bestimmte Phenole in Rotwein, Zwiebeln und Äpfeln vor Herzinfarkt schützen, folgern die Autoren, daß "die angenehme Kombination von Rotwein und dunkler Schokolade weit mehr Vorteile haben könnte als ihre geschmackliche Harmonie". (Lancet 1996/ 348/S.834)



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