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Läusepulver im Lachs      [TOP]

Gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft hat die schottische Umweltschutzorganisation SEPA dem Einsatz des giftigen und sehr beständigen Pestizids Ivermectin als Anti-Läusemittel in Lachsfarmen zugestimmt. Toxikologen befürchten, daß es sich in der Nahrungskette anreichert. Eine unveröffentlichte Studie der Fischereibehörde in Aberdeen ergab, daß Muscheln das Pestizid bis zum 750fachen der Konzentration im Wasser anreichern. Aufgrund illegaler Anwendungen fand das Landwirtschaftsministerium in 10 % der britischen Lachse Ivermectin. Von den 343 schottischen Fischfarmen haben rund 30 die Anwendung des Mittels beantragt. Bislang bekämpften die Farmer die Fischläuse mit Dichlorvos, das zwar weniger beständig, dafür aber noch giftiger als Ivermectin ist.
(New Scientist 7.9.1996, S.4)


      
Grüner Tee statt Zahnpasta      [TOP]

Polyphenole aus grünem Tee schützen die Mundschleimhaut vor Entzündungen und können so der gefürchteten Parodontose vorbeugen. Hauptverursacher der Entzündungen sind spezialisierte Bakterien (Porphyromonas gingivalis), die sich an der Schleimhaut festheften. Japanische Forscher zeigten nun, daß bestimmte Gallate in grünem Tee das Anheften der Bakterien verhindern. In einer früheren Studie hatten die Japaner bereits herausgefunden, daß grüner Tee auch vor Karies schützt.
(Bioscience, Biotechnology, Biochemistry 1996/ 60/S.745-749)


      
Melatonin stört den Schlaf      [TOP]

Bei einigen Menschen führt Melatonin zu Schlafstörungen. Das in Deutschland verbotene Hormon der Zirbeldrüse wird häufig als nebenwirkungsarmes Schlafmittel propagiert (s. EU.L.E.n-Spiegel 6/96). In zwei Experimenten mit gesunden Männern fanden englische Wissenschaftler nach der Einnahme von Melatoninpillen bei 4 von 16 Teilnehmern einen unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus. Als Erklärung verweisen die Autoren darauf, daß der Schlaf vermutlich von zwei fein aufeinander abgestimmten Regelkreisen gesteuert wird, deren Zusammenspiel von den Hormonpillen gestört werden kann.
(Lancet 1996/348/S.551)


      
Dicker durch Optifast      [TOP]

Vier von zehn Teilnehmern sind nach einer Optifast-Formuladiät mit anschließender kalorienreduzierter Kost dicker als vorher, so die kümmerliche Langzeitbilanz eines Diätprogramms des Pharmariesen Sandoz. Ein Team der Harvard-Universität in Boston hatte 192 "Ehemalige" nach drei Jahren über ihr Gewicht und verschiedene Lebensgewohnheiten wie Sport, Fernsehen und Rauchen befragt und mit Daten aus dem Diätprogramm verglichen. Im Durchschnitt hatten die Teilnehmer 22 kg verloren, nach rund drei Jahren war der Verlust auf 3 kg geschrumpft. 40 % der ehemaligen "Optifaster" waren am Ende dicker als vor der Diät, nur 12 % konnten drei Viertel ihrer Gewichtsabnahme halten.
(Archives of Internal Medicine 1996/156/S.1302-1306)


      
Kaffee endlich rehabilitiert      [TOP]

Kaffee ist nicht an koronaren Herzkrankheiten schuld. Die Autoren, Mitarbeiter der Nationalen Gesundheitsbehörde in Oslo, hatten in einer ersten Auswertung ihrer Studie an knapp 40.000 gesunden Norwegern 1990 herausgefunden, daß Kaffee das Risiko eines Herzinfarktes deutlich erhöhen soll. Heute, nur 6 Jahre später, besteht das angeblich erhöhte Risiko nur noch für diejenigen, die 10 oder mehr Tassen Kaffee täglich trinken.
(British Medical Journal 1996/312/ S.544-545)


      
Erdnußßallergie durch Kosmetika      [TOP]

Wenn Säuglinge beim Stillen allergisch reagieren, muß das nicht unbedingt mit dem Speiseplan der Mutter zusammenhängen. So enthalten Babymassageöle und Brustpflegemittel häufig Erdnußöl. Beim Saugen an der Brust oder durch Abnuckeln der eingeölten Hände nehmen die Babies das Öl auf, das eine Erdnußallergie auslösen kann.
(British Medical Journal 1996/313/S.299)


      
Traubensaft schädigt die Gene      [TOP]

Der Saft von weißen Trauben erwies sich als erbgutschädigend. Als Auslöser vermuten die Autoren die phenolischen Inhaltsstoffe der Trauben, die bisher für die positiven Wirkungen von Wein und Traubensaft verantwortlich gemacht wurden. Da frischgepreßter Traubensaft die gleiche Wirkung zeigte wie industriell gefertigter, kommen weder Verunreinigungen, noch die Herstellungsverfahren als Ursache in Frage.
(Food and Chemical Toxicology 1996/34/S.559-562)



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