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... unserem Bundesgesundheitsminister und seinem "Arbeitskreis Jodmangel"! Sie haben sich offenbar unseren EU.L.E.n-Spiegel 3/96 zu Herzen genommen. Nachzulesen im "Merkblatt für die Lebensmittelindustrie": Sie kann "seit Mitte 1996 mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel als ernährungsphysiologisch sinnvolle Produkte mit einem Jod-Siegel kennzeichnen." Während man jahrelang bemüht war, sich möglichst elegant der Deklarierungsvorschriften zu entziehen, sind sie nun auf "freiwilliger" Basis wieder da: Wer deklarieren will, tut's, und wer nicht, eben nicht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Damit sich kein Hersteller vor der Produkthaftung fürchtet, wird ihm die Harmlosigkeit des so notwendigen Elementes anschaulich vor Augen geführt: Erstens sei es nur sehr wenig Jod, das zweitens "im Blut ... weiter verdünnt" würde! Nebenwirkungen gibt es natürlich keine - und wenn dann sind sie nur positiv, wie z.B. das Auslösen einer Schilddrüsen-Überfunktion: Sie kann somit "frühzeitiger erkannt und therapiert werden". Auch Dioxin wird im Blut verdünnt und sorgt dafür, daß Krebs früher erkannt und behandelt werden kann...

Für Ärzte hält der "Arbeitskreis Jodmangel" das "Merkblatt Nr. 58, Ausgabe 1994" des Bundesgesundheitsamtes parat, worin eine Fußnote darauf verweist, daß das Blatt beim genannten Amt nicht erhältlich sei. Die Lektüre ist kurzweilig: Der Jodmangel sei eine "Spätfolge der Auswaschung durch die Eiszeit". Unsere heutige Humusschicht soll offenbar jener Zeit entstammen. Mittlerweile schwimmt das wertvolle Mineral im Meer! Umso überraschender, daß selbst Seefisch zur Deckung des einmal beschlossenen Bedarfs nicht mehr ausreicht. Womöglich ist es im Pazifik gelandet, schließlich würden die Jodgehalte je nach Fischart und Fanggebiet stark schwanken. Das Spurenelement konnte sich wohl seit der ominösen Eiszeit noch nicht gleichmäßig im Wasser verteilen. Auch sind "Zubereitungsverluste zu berücksichtigen" - was für das ins Kochwasser gegebene Jodsalz viel eher zutrifft als für den Fisch.

Beim Fabulieren muß den Experten irgendwie entgangen sein, daß sie selbst nicht allzuviel vom Jodsalz halten: "Leider zeigen die Erfahrungen, daß die Verwendung von Jodsalz im Haushalt, in der gewerblichen Herstellung von Lebensmitteln sowie für die Zubereitung von Mahlzeiten in Gaststätten im Hinblick auf die Jodversorgung nicht ausreicht." Herzlichen Glückwunsch!



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