[BACK]  [BACK WIDE]  [HOME]  [FORWARD] Chilli als Schmerzmittel [EU.L.E. HOME]

ROUHI, AM: Chili pepper studies paying off with hot birdseed and better analgetics.

Chemical & Engineering News 4. März 1996/S.30-31

Der Scharfstoff von Chilli, Capsaicin, beeinflußt unsere Temperatur- und Schmerzempfindungen. Dies ist einer der Gründe, warum Chillies in heißen Klimaten so beliebt sind: Sie erleichtern die Hitzeabgabe durch starkes Schwitzen. Der zweite Effekt hält die Menschen in kühleren Klimaten vom Verzehr ab: das scharfe Brennen. Allerdings tritt hier nach wiederholter Appliaktion eine Desensibilisierung und schließlich eine Blockade der Schmerzempfindung ein. Schmerzstillende Salben auf Chillibasis sind bereits im Handel. Das ungewöhnliche daran ist, daß Capsaicin zwar die Schmerzempfindung nimmt, aber nicht betäubt, d.h. die Empfindlichkeit für Berührung bleibt erhalten, ganz im Gegensatz zu den bisher bekannten Mitteln.
Offenbar werden Schmerzempfindung und Analgesie durch verschiedene Rezeptoren vermittelt. Ausgangspunkt für diese Forschung waren Beobachtungen von Vogelliebhabern: Sie vertrieben hungrige Eichhörnchen aus den Vogelhäuschen, indem sie Pfefferpulver unters Futter mischten. Wahrscheinlich besitzen Eichhörnchen Rezeptoren für Capsaicin, Vögel hingegen nicht. Wenn die beiden Rezeptortypen unterschiedlich im Körper verteilt sind, dann ergäben sich ebenfalls Möglichkeiten zur lokalen Anwendung und zur Nutzung sehr selektiver Aktionen. Gelingt es darüber hinaus, durch geringfügige Veränderungen der Molekülstruktur die beiden Schmerzwirkungen zu entkoppeln, hätte man ein völlig neuartiges Schmerzmittel.



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