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Von Arzt zu Arzt:
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In allen europäischen Ländern gibt es Empfehlungen zu einer individuellen und/oder allgemeinen Vitamin-D-Prophylaxe, um Säuglingsrachitis zu verhindern. Allgemein heißt, daß der Säuglingsfertignahrung Vitamin D zugesetzt wird, individuell, daß den Müttern empfohlen wird, ihren Kindern zusätzlich Vitamin-D-Tabletten zu geben. Nun sollte man meinen, daß bei einer so wichtigen Maßnahme für die Volksgesundheit allenthalben Einigkeit herrscht - mit geographischen Unterschieden, entsprechend der unterschiedlichen Sonneneinstrahlung. Weit gefehlt! So soll ein Säugling im sonnigen Portugal oder in Frankreich bis zu 1.500 IE Vitamin D/Tag bekommen, im nordischen Finnland aber nur 400 IE. Die tägliche Überdosis
Derzeit wird eine tägliche Zufuhr von mehr als 1.200 IE Vitamin D als nicht zuträglich erachtet. Säuglinge in Deutschland erhalten bei der individuellen Prophylaxe oral 500 IE Vitamin D/Tag, was offenbar selbst im sonnenarmen Winter mehr als ausreicht. Dazu kommt aber noch die allgemeine Prophylaxe. Wird beides konsequent durchgeführt, ist es ohne weiteres möglich, daß die Obergrenze für längere Zeit überschritten wird - mit unbekannten Auswirkungen!
Sofern Sie Margarine essen, nehmen auch Sie täglich zusätzliches Vitamin D auf. Der Margarine werden bis zu 1.000 IE Vitamin D/kg zugesetzt, weil in unseren Breiten die Sonneneinstrahlung angeblich nur vom Spätfrühling bis zum Frühherbst für die kutane Vitamin-D-Eigensynthese ausreicht. Eine schwedische Studie zeigte eine eindeutige positive Abhängigkeit der 25-OHD-Blutspiegel von der Lichtexposition, wobei trotz weiterbestehender oraler Zufuhr die Werte der wirksamen Form, des 1,25-OHD, konstant blieben. Daraus läßt sich schließen, daß eine regelmäßige Sonnenexposition bei Erwachsenen auch im Norden für die Vitamin-D-Versorgung genügt. Ich weiß, daß ich nichts weiß Wie bei allen zusätzlichen und prophylaktischen Gaben stellt sich auch im Falle des Vitamin D heraus, daß wir noch viel zu wenig über die komplexen Wechselwirkungen im Körper wissen. Wie gebannt starren wir auf die kurzfristigen positiven Effekte, ohne Gewißheit über die benötigten Mengen und die Langzeiteffekte zu haben. Wir sollten uns selbst und unseren Patienten reinen Wein einschenken und zugeben, daß die derzeit empfohlenen Vitamin-D-Dosen keineswegs der Weisheit letzten Schluß darstellen.
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