[BACK]  [BACK WIDE]  [HOME]  [FORWARD] Bericht vom Moruroa-Atoll [EU.L.E. HOME]

Das publikumswirksame Auftreten radioaktiv verseuchter Fische im französischen Atomtestgebiet im Pazifk läßt bisher auf sich warten, auch wenn die Medien darüber spekulieren. Einem echten Gesundheitsproblem der Bewohner aller pazifischen Atomtestregionen wird jedoch wenig Beachtung geschenkt: An durch Explosionen oder Bauarbeiten zerstörten Korallenriffen siedeln sich Algen an, auf denen giftproduzierende Geißeltierchen gedeihen. Den Fischen, die deren Gift Ciguatoxin fressen, scheint es wenig auszumachen, die Menschen am Ende der Nahrungskette erkranken dagegen schwer.

Fischvergiftungen durch Atomtests

Die Fischvergiftung Ciguatera ist im nördlichen Teil des Pazifiks besonders auf den Marshall-Inseln verbreitet, wo die USA in früheren Jahren 66 Atomwaffentests durchgeführt haben. Am besten dokumentiert ist jedoch das Auftreten von Ciguatera auf den Inseln Französisch-Polynesiens.
Ein japanisch-französisches Wissenschaftlerteam hat im Jahr 1968 Dinoflagellaten als Verursacher der Fischvergiftungen identifiziert und seither ihre Verbreitung sowohl auf Inseln nahe der französischen Atomtestregion als auch auf entfernten Inseln untersucht. Letztere sind von Fischvergiftungen kaum betroffen, während sich die weitere Umgebung der Atomtestregion geradezu als Brutstätte für Giftbildner erwies.
Wie es dazu kam, schildert der Australier Tilman Ruff am Beispiel des Hao-Atolls, nördlich von Moruroa gelegen und Atomtest-Stützpunkt. Auf dem Hao-Atoll waren Fischvergiftungen früher gänzlich unbekannt. Seit die französische Atomenergiebehörde 1963 damit anfing, das Atoll zu einer der größten Militärbasen des Südpazifiks auszubauen, stieg die Anzahl der Ciguatera-Vergiftungen kontinuierlich an. Mitte des Jahres 1968 hatten sich schon 43% der einheimischen Bevölkerung damit vergiftet.
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(von Ingrid Schilsky)



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