|
|
Gentechnik: Wie lernfähig ist unsere Gesellschaft?
|
|
|---|
|
BEHRENS, M et al: Von den Nachbarn lernen? Die deutsche Nahrungsmittelindustrie im gesellschaftlichen Konflikt um die Einführung der Gentechnik. FernUniversität Hagen, Polis 1995/Nr.32/S.49-89 Die Skepsis der Verbraucher gegenüber der Gentechnik ist in Staaten wie Dänemark oder Holland ähnlich groß wie in Deutschland. Jedoch haben die 'kleinen' Nachbarn "Handlungskorridore für den neuen Technisierungsschub ... gefunden, die zumindest bislang auf einen beachtlichen gesellschaftlichen Konsens - trotz verbreiteter Skepsis gegenüber der neuen Technik - aufbauen können". Die gut lesbare Analyse der FernUniversität Hagen stellt die Strategien von Novo Nordisk (DK) und Unilever (NL) vor, durch offenen Dialog mit ihren Kritikern und hoher Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit den gesellschaftlichen Frieden zu bewahren. Dies "war ein langer historischer Lernprozeß", von dem, so die Autoren, deutsche Manager einiges lernen könnten. Vollends kontraproduktiv seien Verhaltensweisen von Verbandsvertretern der Lebensmittelwirtschaft (BLL e.V.), die einen "Dialog" fordern, um gleichzeitig Andersdenkende auszugrenzen: "Die Kritiker sind beim 'Dialog' unerwünscht; dadurch erst wird die Selbstblockade perfekt". Die aufgezeigten Strategien haben den genannten Unternehmen die Möglichkeit eröffnet, unter den Augen der Kritiker gentechnische Verfahren zu entwickeln - ohne zertrampelte Rübenäcker und verwüstete Laboratorien. Dies sollte auch in Deutschland möglich sein, denn es sei "nicht gerade sehr wahrscheinlich, daß ein einzelnes Land, das zudem gerade im Bereich der Erzeugung von Nahrungsmitteln hochgradig international verflochten ist, einen Sonderweg beschreiten können wird".
|
|
|
© Copyright 1996 by EU.L.E. |
|---|