[BACK]  [BACK WIDE]  [HOME]  [FORWARD] Alkoholismus durch Weingummi [EU.L.E. HOME]

Wer hätte das gedacht: Die eigentliche Suchtgefahr für die heranwachsende Generation lauert in Mutters Küche. Der geneigte Leser, willens, seine Nachkommen vor jedwedem Schaden zu bewahren, war verblüfft: Nicht, daß in der Titelstory davor gewarnt wurde, Kindern Bier, Wein oder gar Hochprozentiges zu verabreichen, damit sie nicht "auf den Geschmack" kommen. Nein, die "geheimen Verführer" heißen Hühnerfrikassee, Konfitüre, Cremeschnitte, Tortenriegel und Weingummi.

Diesen Lebensmitteln werde "Alkohol oder Alkoholaroma zugesetzt, damit es besser schmeckt." Ernährungsexperten sehen in deren Genuß einen "ersten Schritt dahin, daß Kinder Alkohol als angenehm empfinden". Und der Geschmack nach Wein im Weingummi könne "einem späteren Alkoholismus den Weg ebnen". Der Alkoholgehalt sei dabei unerheblich, denn der aparte Gummigeruch senke die "Hemmschwelle zum Ausprobieren von 'richtigem' Alkohol". Vom "richtigen" Alkohol in Kefir und Fruchtsäften (< 1%) gehe, so die experten, jedoch keine gefahr für kinder aus, da er geschmacksneutral sei.

(a. kargus, frankfurter rundschau am abend v. 25.8.1995, s.1)



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