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Eine Sprache der Pflanzen
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Terpenoide: Eine Sprache der Pflanzen PENUELAS, J et al: Terpenoids: a plant language. Trends in Ecology and Evolution 1995 / 10 / S.289 Alle Lebewesen kommunizieren mit ihrer Umwelt, auch Pflanzen. Ihre "Sprache" ist jedoch chemischer Natur. Nach den Vorstellungen einer Gruppe Chemischer Ökologen der Freien Universität Barcelona spielen Terpenoide dabei eine Schlüsselrolle: "Terpenoide sind eine der vielfältigsten chemischen Sprachen im Netzwerk der Kommunikation zwischen den Pflanzen und anderen Organismen", wie Tieren und Mikroorganismen. Da Terpenoide aus Modulen von 5 Kohlenstoffatomen aufgebaut sind, gibt es durch deren Kombination eine ungeheure Vielfalt an Strukturen oder 'Worten', um im Bild zu bleiben. Dazu gehört beispielsweise die große Gruppe der als Aromastoffe bekannten Terpene, aber auch Carotinoide, Chlorophylle, Cytokine, Gibberelline oder Abscisinsäure. "Ein Teil der Terpenoid-'Worte' ist allen Pflanzen gemeinsam", glauben die Autoren. "Daneben gibt es auch 'Dialekte' der Terpenoid-'Sprache', die qualitativ und quantitativ charakteristisch sind für jede Pflanzenfamilie und jede Spezies." Die einmal erfahrenen Begriffe scheinen sogar erlernt, d.h. "im 'Gedächtnis' behalten zu werden. Pflanzen 'erinnern' sich an frühere Erfahrungen und produzieren Terpenoide wenn sie sie brauchen. Nach einer Interaktion mit einem anderen Organismus wird ganz allgemein ein überdurchschnittlicher und schneller Anstieg an solchen Stoffen beobachtet, die die ausgeprägtesten Effekte auf dieses Lebewesen zeigen. Pflanzen unterscheiden sich also nicht so sehr von Tieren in ihrer Art der Kommunikation untereinander und mit andersartigen Organismen; sie besitzen Sprachen mit Worten und Botschaften. Die Terpenoide sind eine davon." Anmerkung: Die Erkenntnisse der Ökologischen Biochemie, die dieser Arbeit zugrunde liegen, haben erhebliche Bedeutung für die Ernährungswissenschaft. Es sei daran erinnert, daß Ernährung auch Kommunikation zwischen drei biologischen Systemen bedeutet: Dem Menschen, seiner symbiontischen Darmflora und den Nahrungsmitteln, die ihrerseits überwiegend aus der belebten Welt stammen. Gerade die Vorgänge der Nahrungsaufnahme sind in hohem Maße abhängig von chemischen Steuersignalen, die erst jetzt allmählich entschlüsselt werden.
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