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Kongressbericht aus Aberdeen
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Von 10. bis 14. Juli 1995 fand in Aberdeen, Schottland das "Summermeeting" der britischen Nutrition Society und der Association Française de Nutrition statt. Einige der interessantesten Arbeiten referieren wir hier.
An apple a day keeps the doctor away: Flavonoide in der Herzinfarkt-Prävention HERTOG, MGL, Staatliches Institut für Volksgesundheit und Umweltschutz, Bilthoven, Holland: Epidemiological evidence of potential health properties of flavenoids. Je höher die Flavonoid-Zufuhr, desto seltener treten Herzinfarkte auf. Das ist das Resultat einer Untersuchung der holländischen Forschergruppe um Hertog. Sie re-analysierten die sogenannte Sieben-Länder-Studie, die seit langem erfolglos nach einem Zusammenhang zwischen Herzkreislauf-Erkrankungen, der Fettaufnahme und dem Cholesterinspiegel fahndet. Hertog entwickelte Methoden, um den Gehalt an Flavonoiden in den jeweiligen landesüblichen Nahrungsmitteln zu messen und verglich die Ergebnisse mit den bereits erhobenen Gesundheitsdaten: Allein durch den Gehalt an Flavonoiden ließen sich 50% der Varianz der Herzinfarkthäufigkeit zwischen den Ländern erklären. Das Rauchen folgte erst an zweiter Stelle. Die Cholesterinzufuhr hatte keinerlei Einfluß. Ebenso wirkungslos waren ß-Carotin und die Vitamine C und E. Noch wichtiger als diese Beobachtungen ist der Befund, daß mit höherer Zufuhr an Flavonoiden die Sterblichkeit in der Bevölkerung allgemein sank. Die Flavonoide stammten vor allem aus schwarzem Tee und Rotwein. Von den Obst- und Gemüsesorten trugen nur Zwiebeln, Grünkohl und Äpfel nennenswert zur Flavonoidzufuhr bei. Es ist jedoch nicht notwendig, Grünkohl oder Zwiebeln künftig nur noch roh zu verspeisen: Flavonoide sind hitzestabil. Kein Spareffekt: Aspartam stimuliert die Energieaufnahme LAVIN, JH, READ, NW, FRENCH, SJ, Zentrum für Humanernährung, Allgemeines Krankenhaus Nord, Sheffield, Großbritannien: The effect of sucrose- and aspartame-sweetened drinks on energy intake, hunger, and food choice of female, slightly restrained eaters. Aspartam ist zur Reduktion der Kalorienaufnahme ungeeignet. Die Sheffielder Forscher untersuchten 14 Frauen mit mäßig gezügeltem Eßverhalten. Sie erhielten an drei Versuchstagen, die jeweils durch eine Woche getrennt waren, viermal täglich entweder eine Aspartam- oder Zucker-gesüßte Limonade oder kohlensäurehaltiges Mineralwasser. Am Versuchstag und dem jeweils darauf folgenden Tag wurden Hunger, Sattheit und der Lebensmittelverzehr der Probandinnen erfaßt. Während der Versuchstage gab es keine signifikanten Unterschiede in der Energieaufnahme. Das heißt, daß die kalorischen Unterschiede der verabreichten Getränke noch am gleichen Tag vom Ponderostat ausgeglichen wurden. Die Überraschung kam jedoch tags darauf: Aspartam stimulierte die Energieaufnahme im Vergleich zu Zucker und Mineralwasser signifikant um etwa ein Viertel. Auch wenn man die jeweiligen Versuchstage und den Folgetag zusammenrechnete, blieb das Ergebnis konstant: "Beim Konsum vom Aspartam im Vergleich zu Zucker und Mineralwasser war die Gesamtenergie-Aufnahme höher (p < 0,01)". Dieser Versuch erhärtet die Befunde von Rogers und Blundell, nach denen die Verwendung von Süßstoffen dem Ziel einer Gewichtsabnahme zuwiderläuft. Das gilt offenbar auch für Aspartam. Monatszyklus verändert den Grundumsatz CURTIS, J, HENRY, CJK, Oxford Brookes Universität, Großbritannien: Intraindividual variation in the basal metabolic rate of women: The effect of the menstrual cycle. Obwohl seit 1924 bekannt ist, daß der Monatszyklus bei Frauen zu erheblichen Schwankungen des Grundumsatzes führen kann, gingen die Ernährungswissenschaftler bisher von der Annahme aus, der Basis-Energiebedarf eines Menschen wäre konstant. Dies liegt sicher daran, daß die meisten Studien an Männern durchgeführt wurden. Eine Untersuchung der intraindividuellen Schwankungsbreite an 12 Frauen ergab nun, daß der Grundumsatz am Anfang der Follikelreifungsphase signifikant niedriger war als in der späten Lutearphase. Der Grundumsatz ist damit keine biologische Konstante.
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